Bei seinem ersten Indienbesuch als Bundeskanzler hat Friedrich Merz mit Premierminister Narendra Modi 27 Abkommen unterzeichnet, die Verteidigung, wirtschaftlicher Kooperation und Fachkräftemigration vertiefen. Fokus: Rüstungskooperation mit Koproduktion, Innovation und gemeinsame Marine- und Luftwaffenübungen. Merz betonte die strategische Bedeutung zur Reduzierung von Indiens Russland-Abhängigkeit, doch Neu-Delhi priorisiert nationale Interessen.
Der Besuch fällt in eine Phase geopolitischer Neujustierung auf beiden Seiten. Deutschland diversifiziert von China, sucht stärkere Partnerschaften im indopazifischen Raum, Indien balanciert handelspolitische Spannungen mit den USA. Entsprechend betonten beide Regierungschefs die Bedeutung des EU-Indien-Freihandelsabkommens. Der bilaterale Handel überschreitet 50 Milliarden US-Dollar (mehr als ein Viertel des Indien-EU-Volumens), mit neuen Abkommen zu grünem Ammoniak, Halbleitern, kritischen Mineralien, erneuerbaren Energien und urbaner Infrastruktur.
Ein dritter Schwerpunkt lag auf Migration und Qualifizierung - sogenannte legale Wege für Fachkräfte (Gesundheit, Ingenieurwissenschaften, erneuerbaren Energien) mit neuer globaler Kompetenzpartnerschaft, Qualifikationszentrum in Hyderabad und erleichtertem Transit. Die 280.000 in Deutschland lebenden Inder*innen mit überdurchschnittlichem Einkommen stärken den deutschen Arbeitsmarkt.
Mehr dazu hier: https://thewire.in/diplomacy/in-first-india-visit-merz-backs-defence-trade-and-skills-ties
