Indiens Oberstes Gericht: Fortschrittliche Urteile, rückständige Worte

Indiens Oberster Gerichtshof gilt als Hüter der Verfassung für die Rechte von Dalits. Eine neue Studie der Universität Melbourne entlarvt: Trotz fortschrittlicher Urteile über Jahrzehnte spiegelt die Wortwahl oft die hierarchischen Kastenvorstellungen wider, die sie bekämpfen sollen. Beispiele reichen von Vergleichen von Dalits mit „gewöhnlichen Pferden“ oder Menschen mit Behinderungen, Marginalisierte werden „primitiv“ oder auf Fürsorge angewiesene Subjekte dargestellt. Selbst in dalitfreundlichen Fällen verfestigt diese Wortwahl Stereotype und schiebt die Verantwortung von der Gesellschaft auf Individuen.

Das Problem ist strukturell: Indiens oberstes Gericht hat nur sehr wenige Dalit-Richter*innen, und selbst prominente Stimmen wie die von Richter KG Balakrishnan kontrastieren mit verharmlosenden Urteilen. Initiativen wie das 2023 veröffentlichte „Handbuch zur Bekämpfung von Geschlechterstereotypen“ sind erste Schritte gegen diskriminierende Formulierungen. Dennoch Expert*innen fordern mehr: Strukturelle Diversität und inklusive Perspektiven marginalisierter Perspektiven, um die subtilen Vorurteile in der Rechtssprache zu brechen.

Mehr dazu hier: https://www.bbc.com/news/articles/c30jnp03rm7o

 

Zurück