DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 
Liebe Freundinnen und Freunde der Dalit Solidarität in Deutschland,

Auch kurz vor den Wahlen reißen die schlechten Nachrichten für marginalisierte Gemeinschaften in Indien nicht ab: Daten zu Armut und Wohlstand sind nicht mehr vergleichbar, und Vergewaltigungsfälle von Dalit-Frauen haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Vielleicht hilft dieser Newsletter mit seinen verschiedenen Beiträgen zu verstehen, wie verschiedene Aspekte sich einander bedingen.

Gutes Lesen und Hören

Manuela Ott

Vergewaltigungen von Dalit-Frauen nehmen stark zu

Von Tamil Nadu über Bihar bis Uttar Pradesh: In ganz Indien nimmt die Gewalt gegen Dalit-Frauen zu. Laut einem Bericht der India Today, wurden in der Nähe von Patna/Bihar, zwei minderjährige Mädchen entführt und brutal vergewaltigt. Eines der Opfer erlag seinen schweren Verletzungen, während das andere mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt wurde.

Statistiken des National Crime Records Bureau (NCRB) zeigen einen beunruhigenden Anstieg der gemeldeten Vergewaltigungsfälle von Dalit-Frauen um 45 Prozent zwischen 2015 und 2020. Darüber hinaus belegen die Daten, dass in Indien täglich 10 Vergewaltigungen von Dalit-Frauen und -Mädchen gemeldet werden. Besonders besorgniserregend ist hierbei, dass diese Fälle laut Angaben von Human Rights Watch nur einen Bruchteil der tatsächlichen Vorfälle ausmachen.

Nachzulesen in: https://cjp.org.in/january-2024-harrowing-incidents-of-violence-against-dalit-women/

NDR Podcast: Ein Monument für die Kastenlosen

In einem Podcast von NDR Info sprechen Franziska, Mathias und Peter ausgehend vom „National Dalit Inspiration Place“ dem sogenannten Elefantenpark vor den Toren Delhis über die Bedeutung von Kasten im heutigen Indien und die Rolle der Dalits. Dazu begleitet sie eine junge Dalit-Frau, die ihnen die Hintergründe erläutert und eindrücklich die Probleme und Herausforderungen aufzeigt.

Zwar ist die Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit in Indien per Gesetz verboten, dennoch kommt es tagtäglich zu Diskriminierung und Gewalt gegen Angehörige der niederen Kasten, Dalit oder Adivasi. Im Gespräch erklären die vier das Kastensystem und seine Bedeutung in der indischen Gesellschaft. Sie zeigen Bewegungen auf, die Diskriminierung gegen Dalits verringern soll und schildern die aktuelle Lage der Dalits und den Kampf der Minderheiten, sich von der Unterdrückung zu befreien.

Zum Podcast: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Ein-Monument-fuer-die-Kastenlosen,audio1411780.html

Dalit-Familie um große Summe betrogen

Sechs Mitglieder einer Dalit-Familie aus Gujarat wurden Berichten zufolge dazu verleitet, Wahlanleihen im Wert von über 1,2 Millionen Euro zu kaufen.

Ein Beamter der Welspun Enterprises Ltd. soll die Familie betrogen haben, indem er ihnen versprach, dass sich ihr Geld in wenigen Jahren um das 1,5-fache erhöhen würde, wenn sie in die Wahlanleihen investierten. Welspun hat sich zu diesem Vorfall nicht geäußert.

Es wurde jedoch noch kein Polizeibericht in diesem Fall eingereicht. Der ermittelnde Beamte hat gesagt, "wenn der Fall eine Anzeige verdient", werden sie sie einreichen, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist.

Nachzulesen in: https://www.deccanherald.com/india/gujarat/dalit-farmers-from-gujarat-tricked-into-buying-electoral-bonds-worth-rs-11k-cr-report-2972133

Datenerhebung zu Verbrauchsausgaben wirft Fragen auf

Die jüngste Datenerhebung von Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte wirft Fragen auf: Denn die Methodik wurde im Vergleich zu den vorhergehenden Erhebungen geändert. In der diesjährigen Runde handelt es sich nicht mehr um eine Verbraucher*innenerhebung, sondern um eine Verbrauchserhebung. Die Erhebung liefert Schätzungen der monatlichen Pro-Kopf-Verbrauchsausgaben der Haushalte und deren Verteilung.

Doch durch die Änderung in der Methodik ist es schwierig, Vergleiche zu den vorhergehenden Erhebungen zu ziehen. Bereits 2011/2021 und 2017/2018 wurden Daten zu den Verbrauchsausgaben privater Haushalte gesammelt. Den letzten Bericht veröffentlichte die Regierung jedoch nie, was den Verdacht nahelegt, dass die Berichte selektiv veröffentlicht werden.

Darüber hinaus ist es schwierig zuverlässige Daten für Arm und Reich zu erfassen. An beiden Enden des Spektrums erhalten die Fragenden meist keine angemessenen Antworteten, was es schwierig macht, Rückschlüsse zu ziehen.

thewire.in/economy/household-consumption-expenditure-survey-food-poverty-india-economy

 
 

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