DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 
Liebe Freundinnen und Freunde der Dalit Solidarität in Deutschland,

mit diesem Newsletter wünschen wir Ihnen und euch eine friedvolle Adventszeit und viel Spaß beim Lesen!

Manuela Ott

Indien nur auf Platz 111 im Welthunger-Index

Indien belegt Platz 111 im Welthunger-Index der von zwei Nichtregierungsorganisationen aus Irland und Deutschland herausgegeben wurde. Damit gehört Indien zu einer Gruppe von 40 Ländern, in denen das Ausmaß des weltweiten Hungers als „ernst“ bezeichnet wird.

Bei der Berechnung des Index wurden vier Faktoren berücksichtigt: Unterernährung (bezogen auf die gesamte Bevölkerung - sowohl Kinder als auch Erwachsene), Kümmerwuchs (Anteil der Kinder mit einer für ihr Alter geringen Körpergröße), Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren und Auszehrung (Kinder mit einem für ihre Größe geringen Gewicht). Alle diese Indikatoren sind Bestandteil der allgemein vereinbarten UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Indien hat die Ergebnisse wie jedes Jahr mit der Begründung zurückgewiesen, die Methodik sei fehlerhaft, was die Herausgeber jedoch entschieden dementierten und darauf hinweisen, dass keine andere Regierung ihre Methodik als solche angefochten habe.

Nachzulesen in: https://thewire.in/health/india-ranks-111th-among-125-countries-in-global-hunger-index-report

Kein Erfolg mit Kasten-Zensus als Wahlversprechen

Nach den Wahlen in vier Bundesstaaten hat die Kongresspartei im Hindi-Kernland einen schweren Rückschlag erlitten und das Mandat in Madhya Pradesh zum vierten Mal in Folge an die Bharatiya Janata Party (BJP) verloren. Auch in Rajasthan und Chhattisgarh feiert die BJP ein Comeback. Die einzigen positiven Nachrichten für den Kongress kamen aus Telangana, wo er wahrscheinlich eine eigene Regierung bilden wird.

Im Kernland der Hindi – mit Ausnahme von Himachal Pradesh – hat der Kongress keine Mehrheiten mehr. Er ist Juniorpartner in Bihar und Jharkhand, alle anderen Hindi-Kernstaaten werden von der BJP regiert. Der Verlust der drei Bundesstaaten zeigt, dass die Wahlstrategie der Partei bei den Wähler*innen nicht ankam. Nach einem erfolgreichen Kasten-Zensus in Bihar versprach die Partei, in allen Bundesstaaten, in denen sie regiert, einen Kasten-Zensus durchzuführen, doch offenbar fand dieses Versprechen keine Anhänger.

Nachzulesen in: https://economictimes.indiatimes.com/news/politics-and-nation/how-saffron-party-won-the-hindi-heartland-here-is-what-worked-for-bjp-and-what-didnt-for-congress/articleshow/105697447.cms

Volkszählung in Bihar: Mehr Dalits als angenommen

Bei einer Volkszählung im Bundesstaat Bihar wurde neben der Gesamteinwohnerzahl auch eine Erhebung von drei großen Bevölkerungsgruppen durchgeführt: Scheduled Castes, Scheduled Tribes und Muslim*innen. Dabei kam heraus, dass der Bevölkerungsanteil der Scheduled Castes im Vergleich zu 2011 von 16 auf 19,65 Prozent gestiegen ist, der Anteil der Scheduled Tribes von 1,3 auf 1,68 Prozent. Darüber hinaus wurden auch zum ersten Mal die muslimischen Gemeinschaften gezählt und es zeigte sich, dass rund Dreiviertel der Muslime in Bihar „Pasmandas“ (muslimische Dalits) sind.

Solche Datenerhebungen sind unerlässlich, um in der Politik die richtigen Maßnahmen für soziale Gerechtigkeit anzustoßen und umzusetzen. Darüber hinaus helfen sie, Mikrogemeinschaften wie Pasmandas, die bislang nicht sichtbar waren, in diese Maßnahmen zu integrieren.

Nachzulesen in: https://theprint.in/opinion/bihar-census-identified-privileged-and-under-privileged-castes-go-national-now/1792241/

Amnesty International veröffentlicht Bericht zur bewaffneten Terrorismusbekämpfung in Indien

Die Financial Action Task Force (FATF), der Indien seit 2010 angehört, ist ein zwischenstaatliches Gremium mit 39 Mitgliedstaaten, das den Auftrag hat, weltweit gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen vorzugehen.

Leider hat die indische Regierung die FATF-Bewertungsberichte ausgenutzt, um ihr Arsenal an Finanz- und Terrorismusbekämpfungsgesetzen zu verschärfen, die routinemäßig gegen Organisationen der Zivilgesellschaft eingesetzt werden. Als Reaktion auf die Empfehlung der FATF hat die indische Regierung Gesetze erlassen oder verändert, die die Menschenrechtsarbeit von Akteur*innen und Organisationen der Zivilgesellschaft behindert und einschränkt. Amnesty International ist der Ansicht, dass die indische Regierung diese Gesetze als Waffe einsetzt, um gegen die legitime Menschenrechtsarbeit der Zivilgesellschaft vorzugehen.

Zum vollständigen Amnesty-International-Bericht: https://www.amnesty.org/en/documents/asa20/7222/2023/en/

 
 

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