DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 
Liebe Freundinnen und Freunde der Dalit Solidarität in Deutschland,

Männliche Landarbeiter in Indien verdienen in Madhya Pradesh im Vergleich wenig. Um solche Ungerechtigkeiten zu kompensieren, gibt es ein Gesetz, dass 100 Tage Arbeit garantiert, der National Rural Employment Guarantee Act. Gerade wirtschaftlich Benachteiligte sollen von diesem Programm profitieren. Doch wird auch bei diesem staatlichen Angebot von Unregelmäßigkeiten berichtet. Präsenzen werden von Vorarbeitern falsch erfasst, so dass weniger Lohn ausgezahlt wird. Arbeiter*innen wird vorgeworfen, dass sie ihr Pensum nicht geschafft hätten, obwohl nicht nach Pensum bezahlt wird. Kaum jemand beschwert sich, aus Angst, die Arbeit zu verlieren.

Manuela Ott

Naturkatastrophen treffen Minderheiten härter

Die Natur diskriminiert niemanden, aber soziale und politische Marginalisierung verstärken oft die Auswirkungen von Naturkatastrophen. So ist es erwiesen, dass Naturkatastrophen wie Tsunamis, Sturmfluten oder Erdbeben Minderheiten und ärmere Bevölkerungsschichten stärker treffen und dass sie oftmals von Hilfe und Wiederaufbau ausgeschlossen sind.

In Nepal lebt beispielsweise ein Großteil der dominierenden höheren Kasten in fruchtbaren und niedrig gelegenen Gebieten. Die steilen, unfruchtbaren Gebiete werden dagegen mehrheitlich von Randgruppen, insbesondere Dalits bewohnt. Für sie ist es besonders schwierig, auf dem schwierigen Gelände, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Außerdem können sie keine stabilen Betonhäuser bauen, weshalb sie bei Überschwemmungen oder Erdrutschen die geringsten Überlebenschancen haben.

Nachzulesen in: https://kathmandupost.com/columns/2023/11/28/earthquakes-and-dalit-victims

Mit Bildung sozialen Aufstieg fördern

Mysore, Karnataka: Bei einer Eröffnung von kostenlosen Nachhilfekursen betonte Bezirksminister Mahadevappa, dass Bildung für den Aufstieg von Dalits und wirtschaftliche schwachen Gemeinschaften von größter Bedeutung sei und das einzige Mittel, um für sie eine gute Zukunft aufzubauen. Bildung ermögliche den Menschen, Schlüsselpositionen in der Regierung und in der Privatwirtschaft zu erlangen, durch die sie der Gesellschaft dienen könnten.

Mahadevappa weist darauf hin, dass Angehörigen der wirtschaftlich schwachen Gemeinschaften Land, landwirtschaftliche Flächen und Arbeitsplätze verwehrt blieben. Entscheidungsträger*innen müssten mehr Menschen aus diesen Gemeinschaften als Beamt*innen eingestellt.

Darüber hinaus meint er, dass die Welt wettbewerbsorientierter geworden sei. Schüler*innen, die zu wirtschaftlich schwachen und Dalit-Gemeinschaften gehören, müssten mit anderen Schüler*innen unter vergleichbar schlechteren Bedingungen konkurrieren und Lehrende müssten dabei eine inspirierende Rolle spielen.

Nachzulesen in: https://timesofindia.indiatimes.com/city/mysuru/education-upliftment-backward-communities/articleshow/105506274.cms

Verurteilung von Verbrechen gegen Frauen – Uttar Pradesh an der Spitze

Uttar Pradesh hat mit einer Verurteilungsquote von knapp 71 Prozent bei Verbrechen gegen Frauen im Jahr 2022 zum vierten Mal in Folge die anderen Bundesstaaten hinter sich gelassen. Laut den Daten der Behörde der polizeilichen Kriminalstatistik hat der Bundesstaat seinen eigenen Rekord vom Vorjahr um rund 11 Prozent von 59,1 Prozent auf 70,8 Prozent übertroffen.

Prashant Kumar, Sondergeneraldirektor der Polizei in Uttar Pradesh, erklärt, dass die Verurteilungsrate bei Verbrechen gegen Frauen mehr als doppelt so hoch sei wie die durchschnittliche nationale Verurteilungsrate von 25,3 Prozent. Weiter führt er aus, dass die Priorisierung der Sicherheit von Frauen sowie Schnellgerichte die Gerichtsverfahren beschleunigt haben. "Die verstärkte Konzentration auf Ermittlungen, hat zu einer stärkeren Fallbearbeitung und höherer Verurteilungsrate beigetragen". Der Generaldirektor sieht dies als Ergebnis der konsequenten und kontinuierlichen Bemühungen aller am Rechtsprozess Beteiligten, einschließlich Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte.

Nachzulesen in: https://timesofindia.indiatimes.com/city/lucknow/crime-against-women-with-71-convictionrate-up-tops-for-fourth-consecutive-year/articleshow/105767203.cms

Madhya Pradesh: Landarbeiter erhalten niedrigste Tageslöhne

Aus Daten der indischen Zentralbank geht hervor, dass männliche Landarbeiter landesweit etwa 3,80€ (345,7 Rupien) pro Tag erhalten, in ländlichen Gebieten in Madhya Pradesh aber nur einen Tageslohn von 2,50€ (229,2 Rupien) verdienen. Damit ist Madhya Pradesh bundesweit das traurige Schlusslicht. Es folgt der Bundestaat Gujarat mit einem Tageslohn von 2,66€ (241,9 Rupien) und Odisha mit 3,13€ (285,1 Rupien).

Den Daten der Zentralbank zufolge erhält ein Landarbeiter in Madhya Pradesh bei einer Arbeitszeit von 25 Tagen ein Monatseinkommen von rund 63€ (5.730 Rupien) pro Monat. Im Vergleich dazu erhält ein Landarbeiter im Bundesstaat Kerala, das den höchsten Lohn zahlt, rund 210€ (19.107 Rupien) pro Monat. Das macht einen gravierenden Unterschied von knapp 150€ im Monat.

Nachzulesen in: https://thewire.in/labour/madhya-pradesh-rural-workers-get-lowest-daily-wages-below-national-average

 
 

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