DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 
Liebe Freundinnen und Freunde der Dalit Solidarität in Deutschland,

kastenbasierte Diskriminierung existiert, trotz vieler guter Gesetze. Positiv ist in Madhya Pradesh einzuschätzen, dass viele Fälle unter dem Gesetz zur Verhinderung von Gräueltaten gegenüber Dalits und Adivasi angezeigt werden. Negativ ist zu vermerken, dass es zwar bereits zwei Gesetze gibt, die die Beschäftigung von manuellen Latrinen- und Kanalreiniger*innen verbieten, aber immer noch zig Menschen jährlich sterben. Wie effizient wird wohl das Gesetz gegen kastenbasierte Diskriminierung in Kalifornien sein, wenn es verabschiedet wird?

Ich wünsche Ihnen und euch eine interessante Lektüre

Manuela Ott

Dlf-Audiothek: In Indien nimmt die religiöse Spaltung zu

Indien wird gerne als die größte Demokratie der Welt bezeichnet. Doch wie demokratisch das Land ist, wird immer mehr in Frage gestellt. Kritiker*innen werfen Präsident Modi vor, dass er Indien zu einem antidemokratischen Hindu-Staat umbauen wolle. Vor allem die 200 Millionen Muslim*innen im Land fühlen sich zunehmend ausgegrenzt. Im Audiobeitrag von Deutschlandfunk betrachtet Charlotte Horn die zunehmend religiöse Spaltung am Beispiel der Kleinstadt Ayodhyas in Uttar Pradesh. In der Stadt, in der vor 30 Jahren extremistische Hindus eine 300 Jahre alte Moschee zerstörten, soll nun ein großer Hindu-Tempel eröffnet werden – genau am Standort der ehemaligen Moschee.

Nachzuhören in: https://www.deutschlandfunk.de/in-indien-nimmt-die-religioese-spaltung-zu-dlf-2668d779-100.html

Madhya Pradesh: Höchste Kriminalitätsrate gegen Dalits

Laut der Daten des National Crime Record Bureau (NCRB) hatte der Bundesstaat Madhya Pradesh im Jahr 2021 zum zweiten Mal in Folge die höchste Kriminalitätsrate gegen Angehörige der gelisteten Kasten (SC). So gab es im Jahr 2021 landesweit 50 900 Vorfälle von Straftaten gegen SCs, davon 7.214 in Madhya Pradesh. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die immer neuen Berichte über Gräueltaten gegen Dalits in Madhya Pradesh eher ein Muster als eine Abweichung darstellen.

Dem gegenüber steht eine besonders hohe Zahl an Anklagen, die in dem Bundesstaat gegen solche Verbrechen eingereicht werden. Dies deutet darauf hin, dass die Polizei in Madhya Pardesh zwar nicht in der Lage ist, solche Verbrechen zu verhindern, aber diese immerhin effektiver vor Gericht verfolgt, als in vielen anderen Staaten Indiens.

Nachzulesen in: https://www.hindustantimes.com/india-news/madhya-pradesh-tops-crime-rate-against-scheduled-castes-in-2021-shows-ncrb-data-charge-sheet-rate-higher-101690225635745.html

Dlf-Audiothek: Kastendiskriminierung in Kalifornien

In den Tech-Konzernen im Silicon Valley, wo viele Zugewanderte aus Indien arbeiten, ist gegenseitige Ausgrenzung aufgrund der hinduistischen Kastenzugehörigkeit ein Thema. Im Audio-Beitrag von Deutschlandfunk berichtet Ana Radic über die Situation der Inder*innen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie zeigt auf, wie indischstämmige Menschen aus privilegierteren Kasten ihre Landsleute aus niedrigeren Kasten durch ihr soziales Verhalten ausgrenzen. In Kalifornien wird ein Gesetz gegen Kastendiskriminierung vorbereitet. Es soll die Grundlage dafür schaffen, das Betroffene zum Beispiel ihren Arbeitgeber*innen verklagen können. Das Thema wird hoch emotional diskutiert. Während viele Menschen aus unterdrückten Kasten den Gesetzentwurf als Erfolg feiern, sehen einige Hindus ihre Kultur an den Pranger gestellt.

Nachzuhören in: https://www.deutschlandfunk.de/kaste-in-kalifornien-diskriminierung-in-der-indischen-community-dlf-62a495e6-100.html

Trotz Verbot: Immer noch viele Tote bei manueller Kanalreinigung

Obwohl die manuelle Reinigung von Abwasserkanälen und Klärgruben gesetzlich bereits seit 1993 und 2013 verboten wurde, sollen in den letzten fünf Jahren insgesamt 339 Menschen bei dieser Arbeit ums Leben gekommen sein. Dies geht aus staatlichen Erhebungen hervor. Die Menschenrechtsorganisation Safai Karmachari Andolan (SKA) sieht diese Zahlen jedoch kritisch. Sie wirft der Regierung vor, zu wenig über Todesfälle in Abwasserkanälen und Klärgruben zu berichten und die Öffentlichkeit hinsichtlich der Schwere dieses Problems zu täuschen. Laut ihren eigenen Statistiken gebe es weitaus mehr Todesfälle, als von der Regierung behauptet. So sollen in diesem Jahr bereits 58 Menschen bei dieser Arbeit ums Leben gekommen sein. Die indische Regierung spricht von neun Fällen.

SKA fordert deshalb von der Regierung eine genauere und transparente Erhebung der Todesfälle sowie eine Erklärung, welche Maßnahmen bislang ergriffen wurden, um diese verbotene Praxis zu unterbinden.

Nachzusehen in: https://www.youtube.com/watch?v=KrYTW0ZFPHU und nachzulesen in: https://www.newsclick.in/govt-faces-accusations-fudging-data-sewer-and-septic-tank-deaths

 
 

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