DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 
Liebe Freundinnen und Freunde der Dalit Solidarität in Deutschland,

inwieweit gibt es immer noch kastenbasierte Diskriminierung am Arbeitsplatz? Damit beschäftigt sich eine Studie, die von Professor Thorat und anderen durchgeführt wurde sowie ein Artikel zum Thema Arbeitsmigration. Die Zuweisung von Arbeit im Sinne von "Du entstammst einer Familie von Latrinenreiniger*innen, also wird du auch Latrinen reinigen" mag abnehmen. Jedoch sind Dalits und Adivasi bis heute signifikant häufig in ungelernten Berufen tätig und verdienen weniger als andere.

Ich wünsche Ihnen interessante Lektüre

Manuela Ott

Die Auswirkungen des Klimawandels auf Dalits

Aufgrund der tropischen Lage hat es in Indien schon immer Hitzewellen gegeben, doch in den vergangenen Jahren sind sie aufgrund des Klimawandels intensiver, unerträglicher geworden und brechen alle bisherigen Rekorde.

In jüngster Zeit forderten Hitzewellen rund 100 Menschenleben in Uttar Pradesh und mehr als 40 in Bihar, als die Temperaturen in den beiden indischen Bundesstaaten auf 45-47 °C anstiegen. Doch der Klimawandel macht sich in Indien in verschiedenen Formen bemerkbar: unregelmäßigen Regenfälle, Überschwemmungen oder extreme Temperaturen sind nur ein Teil der Phänomene.

Diese extremen Wetterkapriolen treffen vor allem die Menschen, die im Freien arbeiten oder in Häusern mit einem niedrigen Standard leben. Gerade in dicht besiedelten, einkommensschwachen Gemeinden richten Überschwemmungen, Sturmfluten oder Wirbelstürme die größten Verwüstungen an. Und gerade dort leben mehrheitlich Menschen aus den unteren Kasten, Dalit und Adivasi.

Nachzulesen in: https://www.justicenews.co.in/understanding-the-impact-of-climate-change-on-dalits-and-marginalised-communities-harder/

Arbeitsmigration in Indien

In Indiens boomender Wirtschaft spielen Arbeitsmigrant*innen auch nach Covid-19 eine große Rolle. Viele von ihnen sind ungelernte, landlose Arbeiter*innen. Insgesamt gibt es etwa 100 Millionen Migrant*innen in Indien, die saisonal arbeiten und zwischen ihrer Heimat und weit entfernten Arbeitsplätzen pendeln. Davon stellen Dalits und Adivasi landesweit den größten Anteil. Obwohl sie nur 25 Prozent der Bevölkerung ausmachen, stellen sie offiziellen Schätzungen zufolge mehr als 40 Prozent der saisonalen Migrant*innen. Dabei werden sie häufig in den gefährlichsten, anstrengendsten und umweltschädlichsten Bereichen der Wirtschaft eingesetzt und leiden unter Diskriminierung und Stigmatisierung. Auch mit jahrelanger Arbeitserfahrung haben sie kaum Chance auf eine qualifiziertere oder besser bezahlte Arbeit.

Nachzulesen in: https://scroll.in/article/1051539/for-a-breath-of-dignity-the-unfreedom-of-indias-caste-driven-labour-migration

Studie: Kastendiskriminierung auf dem indischen Arbeitsmarkt

Die Studie "Scheduled Castes in the Indian Labour Market: Employment, Discrimination and its Impact on Poverty (Oxford University Press, 2023)" befasst sich mit ökonomischen Theorien zur Kastendiskriminierung und den daraus resultierenden Unterschieden zwischen Kasten. Sie zeigt eine deutliche Diskrepanz in den Bereichen Lohn, Armut und Beschäftigungsverhältnis je nach Kastenherkunft auf.

Die Unterrsuchung befasst sich damit, dass das Lohneinkommen von Dalits (Scheduled Castes) niedriger ist als das von Angehörigen höherer Kasten. Ein Umstand, der sich unmittelbar in der Armutsstatistik niederschlägt. Ein hoher Prozentsatz der Dalit-Arbeiter*innen ist in schlecht bezahlten, einfachen und ungelernten Berufen in Landwirtschaft und Baugewerbe beschäftigt. Obwohl es also offiziell keine beruflichen Restriktionen mehr gibt, setzt sich die traditionelle Konzentration der Dalits auf schlecht bezahlte Arbeit bis heute fort. Diskriminierung, so die Studie, ist im privaten Sektor mehr als im öffentlichen Sektor.

Als Resümee schlägt die Studie Maßnahmen als Lösung zur Überwindung der Diskriminierung bei Beschäftigung und Entlohnung vor.

Nachzulesen in: https://indianculturalforum.in/2023/07/08/scheduled-castes-in-the-indian-labour-market/

US-Ausschuss setzt sich für mehr Pressefreiheit in Indien ein

Ende Juni reiste Narendra Modi zu einem Staatsbesuch in die USA. Vor seinem Besuch forderte der Ausschuss zum Schutz von Journalist*innen (CPJ), dass die amerikanische Regierung sich bei Modi für mehr Medienfreiheit in Indien einsetzt. Als Grund für die Forderungen legten die Mitglieder des Ausschusses dar, dass Journalist*innen, die der indischen Regierung und der regierenden Bharatiya Janata Partei (BJP) kritisch gegenüberstehen, inhaftiert, schikaniert und überwacht würden.

"Seit Premierminister Modi 2014 an die Macht gekommen ist, wird immer härter gegen die indischen Medien vorgegangen", sagte CPJ-Präsidentin Jodie Ginsberg. "Indien ist die größte Demokratie der Welt. Deshalb muss es dort freie und unabhängige Medien geben - und wir erwarten von den Vereinigten Staaten, dass sie dies zu einem Kernelement der Gespräche machen", sagte sie.

Nachzulesen in: https://www.aljazeera.com/amp/news/2023/6/15/watchdog-calls-on-us-to-press-modi-on-media-freedom-during-visit?utm_source=substack&utm_medium=email

 
 

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