DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 

Karnataka: Neue Regierung setzt Wahlversprechen um

In Erfüllung eines Wahlversprechens hat die Kongress-Partei in Karnataka die Aufhebung des sogenannten Anti-Konversionsgesetz beschlossen, das zu den umstrittensten Gesetzen der vorherigen BJP-Regierung gehörte.  

Im Wahlprogramm für die Parlamentswahlen hatte die Kongress-Partei versprochen, alle "ungerechten und volksfeindlichen Gesetze" aufzuheben. Während seiner Zeit als Oppositionsführer hatte Ministerpräsident Siddaramaiah mehrfach bekräftigt, dass das Anti-Konversionsgesetz zurückgezogen würde, wenn der Kongress an die Macht käme. Das umstrittene Gesetz hatte im Bundesstaat für politischen und gesellschaftlichen Wirbel gesorgt, da es sowohl vom Kongress als auch von der christlichen Gemeinschaft erbittert abgelehnt wurde.

Das Kabinett beschloss außerdem, Lektionen über den Hindutva-Ideologen V.D. Savarkar sowie eine Lektion des rechtsgerichteten Aktivisten Chakravarthi Sulibele aus den Schulbüchern zu streichen. Andererseits wurden von der BJP-Regierung gestrichene Lektionen wieder eingeführt.

Nachzulesen in: https://www.thehindu.com/news/national/karnataka/karnataka-cabinet-scraps-anti-conversion-law-introduced-by-bjp/article66971858.ece?utm_source=substack&utm_medium=email

Dlf-Audiothek: Die Wurzeln des Hindunationalismus

Der indische Langzeit-Premier Narendra Modi bezeichnet sich selbst als Hindunationalist. Dahinter steckt ein politisches Konzept, das mehr als hundert Jahre alt ist und mit dem europäischen Faschismus zusammenhängt. In einer Folge des Deutschlandfunk Podcasts „Der Rest ist Geschichte“ sucht Anh Tran Antworten auf die Fragen, welches politische Konzept hinter dem Hindunationalismus steckt und wo seine historischen Anfänge liegen. Sie beleuchtet Indien als Land, das geopolitisch immer wichtiger wird und betrachtet den Ist-Stand der Demokratie im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Denn wer verstehen will, wie sich die indische Demokratie und Gesellschaft gerade verändern, der muss sich auch mit dem Hindunationalismus beschäftigen.

Nachzuhören in: https://www.deutschlandfunk.de/indien-hindunationalismus-100.html

Keine Visa für US-Delegation für Religionsfreiheit

Einer US-amerikanische Delegation des Ausschusses für internationale Religionsfreiheit wurde bereits zum dritten mal die Einreise nach Indien verwehrt. Die Aufgabe der Delegierten ist es, den Präsidenten und das Außenministerium über die Situation der Religionsfreiheit in der Welt zu informieren. Dazu besuchen die Mitglieder regelmäßig verschiedene Länder, sprechen mit Religionsführer*innen und Menschen vor Ort, aber auch mit Regierungsvertreter*innen, um ein fundiertes Bild zu erhalten. Doch wie Father Thomas Reese im Interview mit CBN News berichtet, verwehrte Indien der Delegation bereits zum dritten Mal die Einreise ins Land. Für ihn stelle sich also die Frage: „Was hat Indien zu verbergen?“ Die größte Sorge in Bezug auf Indien habe er vor allem bezüglich interreligiöser Konflikte und Gewalt, die dort herrschen. In letzter Zeit gab es viele Übergriffe von hindunationalistischen Gruppen, die eine rein hinduistische Agenda für Indien verfolgen. Father Thomas Rees vermisst dabei eine klare Position des indischen Präsidenten Narenda Modi.

Hier geht es zum YouTube-Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=2sYoeVlnAtI

Einblicke in ein Dalit-Leben

In den belebten Straßen von Baroda gibt es Slums, in denen Armut und Not das tägliche Leben der Bewohner*innen prägen. Inmitten dieser Gemeinschaft kämpft sich Ajay durch alle Widrigkeiten, um seine Familie zu versorgen. Während er noch die Schule besuchte, heiratete er. Doch seine Frau erkrankt kurze Zeit später und Ajay muss ein Studium abbrechen, um Geld für die Behandlung und Operation zu verdienen. Die Kurz-Dokumentation von Anhad Films auf YouTube gibt Einblick in den Überlebenskampf des jungen Dalit und zeigt gleichzeitig die Bedeutung von Nichtregierungsorganisationen auf, die durch ihre Arbeit Menschen am Rande der indischen Gesellschaft Zukunft und Hoffnung schenken. Sie klärt die Menschen in den Slums über ihre Rechte auf, hilft, Anträge zu stellen und verteilt Essenspakete während des Lockdowns. Auch für Ajay haben sich die Lebensumstände seiner Familie durch eine NGO stark verbessert: Durch einen Kredit konnte er sich ein Auto anschaffen, um Gemüse zu verkaufen und finanziell besser dazustehen.  

Hier geht es zum YouTube-Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=8l6jlppAg4A

 
 

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