DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 

Dlf-Audiothek: Hindu-Chatbots – eine Gefahr für Indien?

Künstliche Intelligenz wird auch für Religionsgemeinschaften immer wichtiger. Peter Hornung berichtet in der DFL-Audiothek über Hindu-Chatbots und die mögliche Gefahr, dass diese den religiösen Hass in Indien weiter befeuern könnten.

GitaGPT ist ein Chatbot, der die Tröstungen Krishnas verspricht, der Inkarnation des Höchsten. In den vergangenen Monaten sind in Indien mehrerer dieser Chatbots aufgetaucht, die auf der hinduistischen Schrift Bhagavad Gita basieren und Antworten auf religiöse und weltliche Fragen geben. Die Bhagavad Gita umfasst 700 Verse und gilt als eine der wichtigsten Texte des Hinduismus.

Grundsätzlich sei es gut, dass diese Schrift von Chatbots für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde, sagt ein indischer KI-Experte. Allerdings geben die Chatbots bei manchen Fragen unterschiedliche Antworten, beispielsweise bei der Frage, ob die hinduistische Ethik Dharma es erlaubt, einen Menschen umzubringen. Religiöser Hass ist in Indien ein großes Problem. Die falsche Deutung von Texten kann dazu führen, den Hass weiter anzufachen und benutzt werden, Zwietracht zu säen. Auch wenn momentan noch keine Gefahr von diesen Chatbots ausgehe, könnten böswillige Menschen, Politiker oder Unternehmen zukünftig Chatbots nutzen, um das Denken der Menschen zu beeinflussen.

Nachzuhören in: https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=dira_DLF_b6cab492

Jahresbericht des USCIRF: Religionsfreiheit in Indien bedroht

Die USCIRF (United States Commission on International Religious Freedom) wurde durch den International Religious Freedom Act (IRFA) von 1998 geschaffen und ist ein unabhängiges, überparteiliches Beratungsgremium der US-Regierung. Die Kommission überwacht die Religionsfreiheit im Ausland, berichtet darüber und gibt dem Präsidenten, Außenminister und Kongress Handlungsempfehlungen.

Laut dem Jahresbericht des USCIRF hat sich die Lage der Religionsfreiheit 2022 in Indien weiter verschlechtert. Das ganze Jahr über hat die indische Regierung auf nationaler und lokaler Ebene religiös diskriminierende Maßnahmen erlassen. Die nationale Regierung unterdrückte weiterhin kritische Stimmen durch Überwachung, Schikanen, Zerstörung von Eigentum oder Verhaftungen, das ein Klima der Einschüchterung und Angst schuf. Auch Journalist*innen, Anwält*innen sowie Rechtsaktivist*innen wurden verfolgt.

Weiter führt die Kommission aus, dass die Durchsetzung diskriminierender Gesetze eine Kultur der Straffreiheit für Drohungen und Gewalt durch Mobs begünstige. So erließ die Regierung des Bundesstaates Karnataka ein Hidschab-Verbot in öffentlichen Schulen. Darüber hinaus haben Indiens Landesregierungen weitere Anti-Konversionsgesetze erlassen, die derzeit in 12 Bundesstaaten gelten und darauf abzielen, interreligiöse Ehen zu verbieten und zu kriminalisieren.

2022 kam es erneut zu Gewalt gegenüber Angehöriger anderer Religionen: Hinduistische Nationalist*innen zerstörten im Februar ein katholisches Zentrum in der Nähe von Mangalore. Andere überfielen und plünderten die Häuser von Hunderten Christ*innen, da diese sich weigerten, zum Hinduismus zu konvertieren. Darüber hinaus wurden mindestens vier Madrasas (islamische Seminare) abgerissen, nachdem der Oberste Minister von Assam erklärt hatte, dass die Madrasas abgeschafft werden sollten.

Da Indien ständig und systematisch gegen den International Religious Freedom Act (IRFA) verstößt, empfiehlt die USCIRF der US-Regierung, Indien in der Kategorie "besonders besorgniserregend" einzuordnen. Die US-Regierung wird dazu angehalten, sich für die Religionsfreiheit in Indien einzusetzen und die Missstände im bilateralen Austausch der beiden Ländern zu adressieren.

Nachzulesen in: www.uscirf.gov/sites/default/files/2023-05/2023%20Annual%20Report_1.pdf

Veranstaltung im September: Die Zivilgesellschaft und erneuerbare Energien in Indien

Vom 22.-24. September 2023 findet in der Evangelischen Tagungsstätte Bad Boll eine Veranstaltung zum Thema "Die Zivilgesellschaft macht den Unterschied - Wie der Einsatz erneuerbarer Energien in Indien nachhaltiger wird" statt.

Erneuerbare Energien wecken nicht nur technische Erwartungen. Die Menschen in Indien wollen an der Planung für deren Einsatz direkt beteiligt werden. Sie möchten eine aktive Rolle spielen und an politischen Entscheidungsprozessen partizipieren. Anhand lokaler Erfahrungen zeigen Vertreter*innen indischer zivilgesellschaftlicher Organisationen, wie der Einsatz erneuerbarer Energien nachhaltiger wird. Außerdem wird mit deutschen Firmen gesprochen, die in Indien in erneuerbare Energien investieren, zudem findet Austausch mit deutschen Organisationen zum Thema statt.

Alle Informationen und Anmeldung: https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/430323.html

 

10 Millionen Menschen weiter ohne Lebensmittelkarten

Der Oberste Gerichtshof in Indien hat Ende April beschlossen, Wanderarbeiter*innen und unorganisierten Arbeitnehmer*innen Lebensmittelkarten zur Verfügung zu stellen. In der Verfügung heißt es, dass die Regierungen der Bundesstaaten angewiesen werden, rund acht Millionen Arbeiter*innen Zugang zu subventionierten Lebensmitteln zu verschaffen.

Die Bürgerrechtsorganisation Right to Food Campaign (RFC) begrüßt zwar den Beschluss des Obersten Gerichtshofs, befürchtet jedoch, dass schätzungsweise 10 Millionen von ihnen weiterhin nicht berücksichtigt werden. Laut RFC führe die Einführung komplizierter Kriterien dazu, dass Menschen ausgeschlossen werden, da sie oft nicht in der Lage sind, die erforderlichen Unterlagen wie Wohnsitznachweis, Stromrechnungen, oder ähnliches vorzulegen. "Diese Personen gehören zu den wirtschaftlich schwächsten Teilen der Gesellschaft und müssen in den Geltungsbereich des Gesetzes zu Ernährungssicherheit einbezogen werden", fordert die RFC in einem Pressebericht.

Nachzulesen in: https://www.counterview.net/2023/05/10-crore-unorganised-labour-still-left.html#:~:text=However%2C%20as%20the%20census%20of,of%20the%20food%20security%20net.%22 und https://drive.google.com/file/d/1y4RqEIdDIWskULV3z6rzUxlLezSqKq-h/view

 

 
 

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