DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 

Nepals Rechtsruck

Nach den Wahlen Ende November zeichnet sich in Nepal ein gefährlicher Ruck nach rechts ab: historisch privilegierte Minderheiten aus den höheren Kasten erleben einen Machtaufschwung. Dabei missachten sie die Bestrebungen im Land nach einer inklusiven Demokratie, die die nepalesische Mehrheit – insbesondere Dalit, indigene Gruppen und Frauen mit einschließt. Nach den Wahlen stieg die Unsicherheit, mit der ein Großteil der Nepales*innen auf die kurz- und auch langfristige Zukunft blickt. Die Wahlen selbst waren stärker von Diskriminierung geprägt als diejenigen vergangener Jahre, denn die Parteien stellten weniger Frauen, Dalit und Kandidat*innen anderer marginalisierter Gruppen zur Direktwahl. Nur 16 Abgeordnete aus der Dalit-Community werden in Nepal im neuen Parlament sitzen, obwohl die Dalit 14 Prozent der Landesbevölkerung ausmachen.

Nachzulesen in: https://www.rosalux.de/news/id/49838/rechtsruck-in-nepal
Englisch: https://www.rosalux.de/en/news/id/49838

Wohlfahrtsprogramm MGNREGA vor dem Aus?

Das Programm des Mahatma Gandhi National Rural Employment Guarantee Act (MGNREGA) ist ein Wohlfahrtsprogramm in Indien, das Menschen für einen bestimmten Zeitraum (maximal 100 Tage) eine Arbeit mit festem Einkommen sichert. Da gerade Dalit keinen Zugang zu eigenem Land haben und oftmals nur saisonal beschäftigt werden, dient MGNREGA für viele von ihnen als Sicherheitsnetz und hilft ihnen und ihren Familien zu überleben. Doch Ende Dezember informierte der indische Finanzminister Nirmala Sitharaman das Parlament, dass die Nachfrage nach MGNREGA-Arbeit abnimmt und stellte den Fortlauf des Projekts in Frage. Ein beunruhigendes Zeichen, stieg die Nachfrage nach MGNREGA-Arbeit seit 2016 stetig und explodierte förmlich mit der Corona-Pandemie 2020/21. Zwar schwankte die Nachfrage in 2022, doch die Anzahl der Menschen, die auf die Arbeit aus dem Programm angewiesen sind, ist weiterhin größer, als vor der Pandemie. Die Abschaffung dieses Programms würde nicht nur die Abschaffung einer Garantie auf Arbeit bedeuten, sondern viele Menschen des Landes handlungsunfähig zurücklassen und Armut und Existenznöte weiter verstärken.

Nachzulesen in: https://www.newsclick.in/MGNREGA-Rotten-Apple-Does-Govt-Want-it-to-be

Programm in Tamil Nadu stärkt Dalit-Familien

Bei einem Besuch des Dalit Bandhu Programm im Bundesstaat Telangana überzeugten sich Regierungsvertreter*innen Tamil Nadus von dessen positiven Auswirkungen. Das Programm wurde eingeführt, um Dalits und andere Menschen aus marginalisierten Gruppen wirtschaftlich zu stärken und als Unternehmer*innen auszubilden. Mithilfe des Programms ist es den Familien möglich, eigene Unternehmen zu gründen und so ihre Existenz zu sichern. So erzählten beispielsweise Sharade und Sravya, ein Mutter-Tochter-Duo, das sie im Rahmen des Dalit-Bandhu-Programms in der Stadt Huzurabad eine Produktionsstätte für Jutesäcke gegründet haben. Dadurch konnten sie sich aus der Armut befreien, den Weg der finanziellen Selbstständigkeit beschreiten und innerhalb kurzer Zeit zu Unternehmer*innen werden. Aufgrund der positiven Resonanz, sollen die in Telangana umgesetzten Programme und Wohlfahrtsmaßnahmen auch in Tamil Nadu eingeführt werden. Die Regierungsvertreter*innen begrüßten das Dalit-Bandhu-Programm der Regierung von Telangana als wegweisende Initiative zur wirtschaftlichen Stärkung der Dalits,

Nachzulesen: https://www.thehindu.com/news/cities/Hyderabad/exposure-tour-tamil-nadu-delegation-visits-dalit-bandhu-units-in-huzurabad-constituency/article66414771.ece und https://vakilsearch.com/blog/telangana-dalit-bandhu-scheme-2023/

Unzureichende Repräsentation marginalisierter Gruppen in indischen Medien

Etwa 90 Prozent der Führungspositionen in den indischen Medien sind mit Angehörigen der oberen Kasten besetzt, und kein einziger Dalit oder Adivasi steht an der Spitze der indischen Mainstream-Medien, so der neue Oxfam Bericht "Who tells our stories matters: Representation of Marginalised Caste Groups in Indian Media". Für die Untersuchung wurden über 20.000 Zeitschriften- und Zeitungsartikel, 2.075 Debatten zur Hauptsendezeit mit 76 Moderator*innen und 3.318 Diskussionsteilnehmer*innen sowie 12 Monate Online-Nachrichtenberichte analysiert. Bei über 70 Prozent ihrer Debatten zur Hauptsendezeit besetzen die Nachrichtensender die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer*innen aus den oberen Kasten. Nicht mehr als 5 Prozent aller Artikel in englischen Zeitungen werden von Dalits und Adivasi geschrieben. Hindi-Zeitungen schneiden mit rund 10 Prozent etwas besser ab. Amitabh Behar, CEO von Oxfam Indien, sagte: "Unser zweiter Bericht innerhalb von drei Jahren zeigt weiterhin, dass die Redaktionen in Indien kein integrativer Ort für marginalisierte Gemeinschaften im Lande sind. Die Medien des Landes müssen den Verfassungsgrundsatz der Gleichheit nicht nur in ihrer Berichterstattung, sondern auch in ihrer Einstellungspraxis aufrechterhalten.“

Nachzulesen in: https://www.deccanherald.com/national/no-dalit-adivasi-or-obc-heads-indian-mainstream-media-report-1153588.html

 
 

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