DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 

heute journal: Demokratie wird durch Modi-Regierung ausgehöhlt

Indien ist für Deutschland kein einfacher Partner, für Bundeskanzler Scholz ist es jedoch Schlüsselland bei der Neuordnung der Welt. Ein ZDF-Beitrag zum Besuch des deutschen Kanzlers in Indien betrachtet die Lage im Land. So sei Indien zwar die größte Demokratie der Welt, doch unter der Modi-Regierung wurde die Demokratie seit 2014 ausgehöhlt. "Ich kann nicht erkennen, dass ausgerechnet die Regierung Modi entschlossen wäre, sich für eine starke demokratische Praxis in der Politik einzusetzen", sagt Publizist Nilanjan Mukhopadhyay. Modis BJP steht für einen strengen Hindunationalismus, andere Religionen spüren deshalb immer öfter Diskriminierung im Land. Auch die Pressefreiheit hat einen schweren Stand. Publizist Navid Kermani ist deshalb der Meinung, dass die deutsche Regierung mit Indien reden, das Land aber nicht als Gleichgesinnten betrachten solle.

Der gesamte Beitrag: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/aussenpolitik-indien-scholz-100.html

Indian National Congress bekennt sich zu 33% Frauenanteil

Die Partei Indian National Congress (INC) erklärte am Sonntag, sie setze sich für 33 Prozent Frauenanteil in Legislative und Parlament ein. Darüber hinaus versprachen die Vertreter*innen, sich für die Verabschiedung eines Gesetzes einzusetzen und dabei sicherzustellen, dass eine "integrative Quote" umgesetzt werde, bei der ein Schwerpunkt auf jungen Frauen aus "rückständigen" Bevölkerungsgruppen, wie Dalits und Adivasi, läge.

Während sich der INC für den Aufbau einer fortschrittlichen, sicheren Gesellschaft durch die Stärkung der Frauen einsetzt, "objektiviert und entmachtet die RSS Frauen", heißt es in der Resolution: "[...] die jungen Dalit-Frauen, die in Kathua, Unnao, Hathras und an anderen Orten vergewaltigt und ermordet wurden, führen einen mühsamen Kampf für Gerechtigkeit und gegen Straffreiheit, die unsere Gesellschaft denjenigen gewährt, die sexuelle Gewalt gegen Minderheiten und unterdrückte Frauen ausüben."

Der INC glaubt an eine gleichberechtigte Zukunft für Frauen. Er setzt sich für die Schaffung von Chancengleichheit für Frauen in den Bereichen Bildung und Beschäftigung sowie für ihre sozio-politische und wirtschaftliche Stärkung ein, heißt es. Arbeitslosigkeit im Land sieht der INC mit großer Sorge. Die jüngste Entscheidung der Modi-Regierung, das Agniveer-Programm (Rekrutierung von Soldaten unterhalb des Offiziersgrades) einzuführen, ist nur eine von vielen Maßnahmen, die Millionen indischer Jugendlicher Berufschancen nimmt.

Nachzulesen in: https://www.outlookindia.com/national/congress-says-it-s-committed-to-33-per-cent-reservation-for-women-to-ensure-inclusive-reservation-for-dalits-tribals-news-265593/amp

Katholische Kirche: Dalits dürfen nicht mitfeiern

Dalit-Christ*innen in einem Dorf in Tamil Nadu haben die örtliche katholische Kirche der Kastendiskriminierung bezichtigt. Ihnen sei es nicht erlaubt, an Festen teilzunehmen oder den gemeinsamen Gemeindesaal für Veranstaltungen zu nutzen. Bei einem Treffen im vergangenen Jahr forderten die Gläubigen ihre Rechte ein, Angehörige der dominierenden Kasten seien jedoch nicht auf ihre Forderungen eingegangen. Daraufhin wendeten sich die Dalit-Christ*innen an die zuständige Diözese, die den örtlichen Pfarrer anwies, Gespräche mit der dominierenden Gemeinschaft zu führen. Diese weigerten sich weiterhin, die Rechte der Dalits anzuerkennen, weshalb inzwischen die Polizei eingeschaltet ist. Auch an den Papst haben die Betroffenen geschrieben. Auf Anfrage der „Times of India“ verwies die zuständige Diözese auf die Polizei und deren Maßnahmen, eine Lösung zu finden.

Nachzulesen in: https://timesofindia.indiatimes.com/city/trichy/dalit-christians-allege-caste-discrimination-in-church/articleshow/98195227.cms?from=mdr

Seattle: Kaste als Teil des Antidiskriminierungsgesetzes

Diskriminierung aufgrund von Kastenzugehörigkeit ist in den USA zwar nicht so weit verbreitet und offenkundig wie in Indien, aber sie existiert auch dort. So ergab eine Umfrage der NGO Equality Labs zu "Caste in the United States 2016", dass einer von vier Dalits in den USA verbal oder körperlich angegriffen wurde und zwei von drei Dalits gaben an, am Arbeitsplatz diskriminiert worden zu sein.

Ein Antrag zum Verbot kastenbasierter Diskriminierung in Seattle hat dieses komplexe - und häufig falsch verstandene - System in den Vereinigten Staaten nun ins Rampenlicht gerückt. Ende Februar stimmte der Stadtrat von Seattle der Verordnung zu, die das Kastenwesen in das Antidiskriminierungsgesetze aufnimmt. Seattle ist damit die erste Stadt in den Vereinigten Staaten sein, die kastenbasierte Diskriminierung verbietet.

Nachzulesen in: https://www.aljazeera.com/opinions/2023/2/21/dalits-are-winning-against-caste-discrimination-in-the-us-too und https://apnews.com/article/india-government-seattle-religion-9acca1a7e005231ecfff35756f211c9c

 
 

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