DSiD - Dalit Solidarität in Deutschland
 

Darum verbot Seattle kastenbasierte Diskriminierung

Das indische Kastensystem ist ein etwa 3.000 Jahre altes soziales Hierarchiesystem, das alle Inder*innen in Gruppen einteilt. Obwohl Diskriminierung aufgrund von Kaste laut Verfassung untersagt ist, ist sie immer noch fester Bestandteil in vielen alltäglichen Strukturen, im Denken und Handeln. Inder*innen, so hat es bereits die Dalit-Ikone Ambedkar konstatiert, migrieren mit dem Kastensystem, sei es in die USA, nach Europa oder Australien. Und so werden auch dort Dalits von ihren Landsmännern und - frauen diskriminiert, indem sie gesellschaftlich ausgeschlossen oder schikaniert werden. Am 21. Februar 2023 verbot deshalb Seattle als erste Stadt der USA Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit, indem sie diesen Punkt in ihr Antidiskriminierungsgesetz aufnahm. Nicole Ellis von PBS NewsHour sprach mit Gaurav Pathania, einem Soziologen und Kastenexperten an der Eastern Mennonite University, darüber, was dieser wichtige Schritt in Seattle für den Rest des Landes bedeuten könnte.

Zum YouTube-Beitrag: www.youtube.com/watch

Uttar Pradesh: Hindunationale Regierung will Kauf von Dalit-Ländereien vereinfachen

In Indien ist die Verteilung von Land stark von der Kaste abhängig, der man angehört. Die dominanten Kasten besitzen das meiste Land, während nur eine kleine Minderheit der Dalits überhaupt Ländereien ihr Eigen nennt. Immer wieder werden Versuche von den oberen Kasten unternommen, Dalits diese wenigen Ländereien zu entreißen. Und jetzt möchte die Regierung von Uttar Pradesh unter hindunationaler Regierung mit einem neuen Gesetz, den Ankauf von Dalit-Ländereien vereinfachen. Bisher musste bei einem Verkauf von Dalit-Land an obere Kasten der Kreisbeamte dem Verkauf zum Schutz der Dalits zustimmen. Denn immer wieder zwingen die Angehörigen der dominanten Kaste Dalits, ihr Land zu niedrigen Preisen zu verkaufen. Durch die Gesetzesänderung entfällt dieser Schutz und viele Dalits befürchten, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich Landmafia oder dominante Kasten durch Bedrohung oder Belästigung ihr Land gewaltsam aneignen.

Nachzulesen in: www.justicenews.co.in/evil-eye-on-the-land-of-dalits-in-up-yogi-government-is-bringing-a-new-rule/

Die harte Realität von sexueller Gewalt gegen Dalit-Frauen

Ein Gericht hat im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh drei Männer freigelassen, die der brutalen Gruppenvergewaltigung und des Mordes an einem 19-jährigen jungen Dalit-Frau in Hathras im September 2020 angeklagt waren. Das Gericht wies die Anklage wegen Vergewaltigung und Mordes zurück, obwohl das Opfer noch kurz vor ihrem Tod die Namen der Angreifer nannte. Bezeichnenderweise handelt es sich bei den Angeklagten um einflussreiche Thakurs aus der oberen Kaste, während das Opfer der Gemeinschaft der Dalit angehörte. Die Verwaltung und die Polizei von Uttar Pradesh vertuschte den Vorfall, indem sie die Leiche des Opfers mitten in der Nacht verbrannte.

Dalit-Frauen werden von Männern der oberen Kaste als "leichte Beute" betrachtet, die sie ungestraft belästigen können. Die Strafverfolgungsbehörden, die in der Regel mit Männern aus der oberen Kaste besetzt sind, verschließen die Augen vor solchen Grausamkeiten gegen Dalit-Frauen.

Nachzulesen in: thediplomat.com/2023/03/the-grim-reality-of-sexual-violence-for-indias-dalit-women/

Uttar Pradesh: Benachteiligung in Gefängnissen?

Nicht weniger als 24 Prozent der Insassen in den Gefängnissen von Uttar Pradesh sind Dalits, während 45 Prozent der Insassen zu den sogenannten benachteiligten Klassen (Other Backward Classes) gehören, teilte die Regierung dem Parlament unter Berufung auf Daten aus dem Jahr 2021 mit. Der Abgeordnete der Bahujan Samaj Party (BSP), Shyam Singh Yadav, hatte seine Besorgnis über die Gefangenen in den Gefängnissen zum Ausdruck gebracht. Er sehe unter anderem die Verfahren generell, die Überbelegung der Gefängnisse und die Dauer, die Gefangene aus benachteiligten sozioökonomischen Gruppen auf ihre Verfahren warten, mit Sorge.
In ihrem Bericht teilte die Regierung mit, welche Initiativen sie ergriffen hat. Für die Überfüllung der Gefängnisse sei die Landesregierung zuständig. Je nach Erfordernis gäbe es Vorkehrungen für zusätzliche Kasernen oder Gefängnisse zur Unterbringung von Gefangenen. Gefangene erhielten unter anderem einen kostenlosen Rechtsbeistand in den Gefängnissen, der ihnen ihre Rechte erklärt und sie über mögliche Kautionszahlungen aufklärt.

Nachzulesen in: https://www.hindustantimes.com/india-news/24-inmates-in-up-jails-are-dalits-45-obcs-as-on-2021-govt-tells-parliament-101678853414439.html

 
 

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