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Solidaritätsbriefe als hilfreiches Druckmittel
Beleidigungen, Erniedrigungen, diskriminierende Handlungen und Äußerungen
gegenüber den Dalits sind weit verbreitet und nehmen eher zu, seit die
Dalits selbstbewusster und fordernder ihre Menschenwürde einklagen und die
"Culture of Silence" aufbrechen. Die Gewalt geht dabei zumeist von den
anderen aus und häufig gar nicht von den Brahmanen, der "höchsten" Kaste,
welche die bestehende Kastenordnung nichtsdestoweniger am intensivsten
verteidigen! Gewalttätig werden meistens Angehörige der sog. "Other Backward
Castes - OBC's", der "niederen" Kasten, die in der Regel ökonomisch auch
sehr schlecht dastehen und mit den Dalits um die wenigen ihnen verbleibenden
oder zugewiesenen Ressourcen kämpfen.
Es ist für Mitarbeitende in Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen
oder in Missionswerken nicht ganz problemlos, dennoch den erwachenden Kampf
der Dalits um Freiheit, Würde aber auch um eine angemessene Beteiligung an
den Gütern und dem Wohlstand des Landes zu unterstützen. Dieser Kampf ist
nicht ungefährlich für die Benachteiligten und Entrechteten und wir müssen
sie auf alle nur für uns mögliche Arten unterstützen.
Neben der Förderung allgemeiner Entwicklungsprojekte oder Projekte der
Rechtshilfe in ihren verschiedenen Dimensionen hat es sich als außerordentlich
hilfreich erwiesen, ihrem Kampf so viel wie möglich internationale
Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu verschaffen. Diese gibt ihnen einen gewissen
Schutz, weil es v.a. in Indien eine doch recht gut funktionierende Presse
und Öffentlichkeit gibt. Außerdem ist jede indische Regierung einen guten
Ruf zu verlieren, der noch aus der Zeit der Blockfreien-Bewegung stammt.
Jede indische Regierung wird deshalb sorgfältig darauf achten, dass Indien
international nicht in einem getrübten menschenrechtlichen Lichte erscheint.
Diese Konstellation gilt es zu nutzen!
Auch die Vertreter der Dalits wollen in erster Linie dies: ihre Regierung
herausfordern, die über internationale Verträge und eigene Gesetze gegebenen
Zusicherungen und Verpflichtungen zum Schutz gegen Diskriminierung und zur
Gewährung der Menschenrechte für alle ernst zu nehmen und jetzt im
21. Jahrhundert konsequent die endgültige Abschaffung der kastenbedingten
Diskriminierung in Angriff zu nehmen!
Unsere Solidarität für die Dalits im Kampf gegen die kastenbedingte
Diskriminierung und die aktive Mobilisierung unserer Politiker und
Industriellen zu ihrer Unterstützung ist unentbehrlich!
Schreiben Sie Solidaritätsbriefe an die jeweils angegebenen Adressen!
Es nützt etwas!
AKTION 1: Keine männlichen Hunde für Dalits!
AKTION 2: Präventivschlag: grundloser Überfall auf Dalitsiedlung
AKTION 3: Für Dalits gibt es keinen Dank an die Götter!
- die alltägliche "Indische Apartheid":
Berichte über Diskriminierungen, Entwürdigungen von und gewaltsamen
Übergriffen auf Dalits
Die menschliche Würde der Dalits wird in Indien in einem Ausmaß mit Füßen
getreten, das so alltäglich ist, dass es die meisten Menschen als
gewissermaßen "natürlich" empfinden und sich schon seit Generationen damit
abgefunden haben. "Das ist halt so!" Auch die meisten Dalits nehmen es
schicksalhaft, aber auch kühl berechnend: ihnen ist klar bewusst, dass
ein Aufbegehren dagegen schlimme Konsequenzen haben kann. Und da wollen
sie eigentlich ihr Schicksal nicht herausfordern und versuchen, sich in den
Verhältnissen einzurichten. Aber manchmal können auch Dalits "nicht in
Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt"! Das Unrecht,
die Unterdrückung, Entmenschlichung und Gewalt holt sie ein.
Viele ernsthafte Menschenrechtsverletzungen bleiben deshalb Fußnoten im
Alltagsgeschehen der Dörfer - ihre Erwähnung in lokalen Zeitungen ist schon
ein Erfolg für lokal tätige NRO's. Manchmal, meist zufällig, gehen diese
Meldungen aber auch weiter und erreichen englischsprachige Medien,
e-mail-Dienste oder Menschenrechtsorganisationen - und dann vielleicht
auch uns.
Eine Solidaritätsbriefaktion wird in der Regel dann nicht daraus - weil
noch kein lokaler Partner dahinter steht.
Dennoch ist es aus unserer Sicht wichtig und interessant, auch solche
Berichte hier wiederzugeben, weil so am ehesten das Gefühl von Alltag und
von der Systematik der Diskriminierung entsteht.
- das "Dalit Human Rights Monitoring" - Projekt
Text folgt demnächst
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