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Ruth Manorama - Aktivistin der "National Campaign on Dalit Human Right" erhält den
Alternativen Nobelpreis
Ruth Manorama, die viele von Ihnen von unserem Bad Boller Indien-Seminar im Jahr 2004 zum
Thema "Frauen in Indien" kennen und wahrscheinlich in lebhafter Erinnerung haben, hat den
"Right Livelihood Award 2006" bekommen. Meist wird dieser Preis auch als "Alternativer
Nobelpreis" bezeichnet. Auch in anderen Zusammenhängen (z.B. in dem Projekt zur Überwachung
der Übergriffe auf Dalits - "Dalit Human Rights Monitoring", über das ich in den Dalit-Info
immer mal wieder berichtet habe) arbeiten wir ja mit ihr zusammen.
Das ist ein wunderbarer Erfolg für Ruth persönlich, aber noch mehr eine außerordentlich
wichtige und herausragende Anerkennung des Kampfes der Dalits und im Besonderen der
Dalit-Frauen um ihre Rechte! Damit ist wieder ein weiterer wichtiger Schritt getan im
Hinblick auf unser Ziel, den Druck der Weltöffentlichkeit v.a. auf die indische Regierung
zu erhöhen, doch endlich auch im Konkreten etwas für die Gerechtigkeit gegenüber Dalits zu
tun.
Im ersten beigefügten Dokument, das einige der vielen Glückwunschbotschaften zusammengetragen
hat, die in den verschiedenen Dalit-mail-Diensten zu finden waren, können Sie auch die
Glückwünsche nachlesen, die ich an Ruth im Namen der Plattform geschickt habe.
"Brot für die Welt" ist darin auch erwähnt, weil Ruth schon seit über 20 Jahren dessen
Projektpartner ist.
:: Congratulations to Ruth Manorama
:: Interview with Dr. Ruth Manorama
:: Life and Activities of Ruth Manorama
Folgende Zeitungsberichte sind aktuell in der internationalen Presse erschienen:
- aus indischen Zeitungen/Zeitschriften:
"Where Dalits are forced to walk barefoot, eat in shells" INDIA
News, Sunday, June 27, 2004
Ein Bericht, wie man ihn mit diesen Inhalten kaum in einer indischen
Zeitung vermuten würde. Es entsteht der Eindruck, als ob der Journalist
über ein völlig fremdes und exotisches Land berichtete - mit ganz
grundlegenden und simplen Informationen, die der Berichterstatter
jedoch kaum selbst zu glauben scheint!
Ein schönes Beispiel dafür, wie wenig sich die Gruppe der
"Shining-India"-Menschen bisher mit den sozialen Problemen in ihrem
eigenen Land beschäftigt. Aber offenbar werden diese jetzt doch so
drängend, dass sie sich nicht mehr beiseite schieben lassen.
:: Zeitungsartikel als pdf
"Caste Hindus refuse to have a Dalit postmaster" newindpress.com
July 14, 2004
Der schon vor einem Jahr eingestellte Postbeamte Jayaprakash kann
bisher seinen Dienst als Leiter der örtlichen Poststelle nicht antreten,
weil sich die Angehörigen der dominanten Kasten weigern, ihm die zum
Postamt gehörige Mietwohnung zur Verfügung stellen. An dieser Weigerung
konnte selbst die Interventionen des lokalen MLA (Landtagsabgeordneten)
und des District Collectors (so etwas wie ein Regierungspräsident)
nichts ändern! Auch der Versuch der Postbehörde, Postamt und Wohnung
in einem anderen Gebäude unterzubringen, scheiterte. Die offizielle
Begründung des Widerstands ist, dass der neue Poststellenleiter kein
Einheimischer aus dem Dorf sei - mit seinem Dalit-Sein habe das nichts
zu tun! Es gibt allerdings keinen Dalit im Dorf (es ist eine für Dalits
quotierte Stelle), der die dafür nötige Qualifikation hätte.
:: Zeitungsartikel als pdf
- aus deutschen Zeitungen/Zeitschriften:
"Heilige Kühe in Indien" glaubeaktuell:Nachrichten, 22.8.2003
Das in diesem Artikel angesprochene Thema ist in Deutschland sicher
klischee- und emotionsbeladen. Es ist deshalb gut, dass dieser
Bericht kritische indische Stimmen zum geplanten Schlachtverbot
für Kühe zu Wort kommen lässt - auch wenn er seine Sympathie für
die Kritiker ebenfalls deutlich macht. Es ist ja auch wirklich
kaum zu fassen, wie offenbar beim hindu-fundamentalistischen
Bevölkerungsteil Fragen der religiösen Praxis deutlich mehr Gewicht
haben als z.B. jene, die mit der "Gleichheits- und
Gerechtigkeitslücke" in der indischen Gesellschaft zu tun haben.
Dies zeigte sich auch bei den ebenfalls im Artikel angesprochenen
Lynchmord an 5 Dalits, weil sie angeblich eine Kuh getötet hatten,
um ihre Haut für die Gerbung zu verwerten. Es wurde danach zwar per
Obduktion genauestens untersucht, ob die Kuh eines natürlichen Todes
gestorben sei, aber die Ermittlung über die Umstände für den Tod der
5 jungen Männer kamen nur sehr schleppend und auf den Druck der
Öffentlichkeit hin in Gang.
:: Zeitungsartikel als pdf
- aus Zeitungen/Zeitschriften anderer Länder:
weitere Artikel folgen in Kürze.
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